ZUM NEUEN JAHR

… und sie folgten dem Stern
Die Geschichte der Heiligen Drei Könige könnte auch unsere Geschichte sein. Wir alle warten in unserem Leben auf Zeichen die uns auf unserer Lebensreise begleiten. Auch wir schauen manchmal sehnsüchtig zu den Sternen und erwarten uns vom Himmel eine Botschaft.
So wie die Heiligen Drei Könige den Stern am Himmel sahen, der heller leuchtete als alle anderen Sterne. Der Stern forderte sie auf, ihm zu folgen, um den neugeborenen König, das Licht der Welt, zu treffen. Ihr Weg führte die drei nach Jerusalem an den Hof von König Herodes, wo sie den neugeborenen König vermuteten. Doch sie fanden ihn hier nicht. König Herodes befragte seine Priester und Schriftgelehrten. Sie erzählten ihm, dass davon in den alten Schriften von Bethlehem die Rede sei. Herodes forderte daraufhin die drei Könige auf, den neuen König zu suchen und ihm dann zu erzählen, wo dieser zu finden sei. Die drei Könige machten sich auf den Weg und der Stern zog vor ihnen her bis zu einem kleinen Stall in der Stadt Bethlehem. Dort fanden sie das Kind in der Krippe und sie brachten ihm Geschenke. Im Traum erschien den Königen ein Engel, der sie vor Herodes warnte, und so nahmen sie einen anderen Weg zurück ins Morgenland. Herodes aber wartete vergeblich auf eine Nachricht von ihnen.
Kennen wir nicht auch solche Wege, die von der Hoffnung getragen werden uns an ein bestimmtes Ziel zu führen? Doch wie oft unterliegen wir Irrtümern, die uns von unserem eigentlichen Weg abbringen. Wie oft verlieren wir unsere Träume und unsere Sehnsüchte, verlieren uns dabei selbst und folgen den falschen Sternen. Wie oft lassen wir uns von anderen Meinungen beeinflussen und lassen uns für die verkehrten Dinge einspannen.
Oft geht es uns ebenso wie den Königen. Wir suchen an der falschen Stelle, bevor wir unseren Irrtum bemerken und uns neu orientieren. Zweifel und Hoffnung wechseln sich ab, viele Hochs und Tiefs erleben wir auf unserem Weg. Unterwegs auf der Lebensreise, ahnend und hoffend, nicht mit Karte und Kompass, sondern mit dem Herzen wird man finden was man sucht. Wer Gott in seinem Leben sucht wird auch sich selbst finden. In der Gemeinschaft finden wir die nötigen Antworten, den Zuspruch und den Halt. Eine Generation nimmt die andere Generation an die Hand, um ihnen vom Glauben zu erzählen. Sie gehen gemeinsam auf den Weg, auf den Weg des Glaubens. Wir erleben an uns selbst wie wir uns im Laufe unseres Lebens verändern. Wir erlauben uns zunächst falsche Wege zu gehen, bevor wir die richtigen Pfade beschreiten. Sich neu zu orientieren ist auch der Sinn, die von der Weihnachtsbotschaft mit ihrem Licht, dass über uns allen aufgeht, ausgeht.
Folgen wir also auch, wie die drei heiligen Könige dem verheißenden Morgenstern auf unserer Reise durch das Jahr 2015 mit Gottesvertrauen.

Text: Bettina Geisel