„Wir“ gewinnt

Das 2008 von der UN-Behindertenrechtskonvention zum Menschenrecht erhobene Ziel der Inklusion umschreibt eine Zivilgesellschaft, in der alle Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Mit zum Verstehen beigetragen hat der Diakoniesonntag am 2. November in der Kreuzkirche, den Kreuz- und Festeburggemeinde gemeinsam mit wertvollen Gedankenimpulsen gefeiert haben. Frau Christa Panke-Spruck, Leiterin der Stabsstelle Inklusion der Stadt Frankfurt und Frau Alexandra Cremer, Sprecherin vom Netzwerk Inklusion haben den Begriff der Inklusion vielseitig und lebendig entfaltet.
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Wenn nicht unser ureigenes Thema – wessen Thema dann?

Es geht um eine innere Haltung unserem Nächsten gegenüber, es geht um eine Einstellung gegenüber Vielseitigkeit und Andersartigkeit und mithin um die älteste Frage menschlicher Ethik. Wie sollen wir andere behandeln? Dass wir sie so behandeln sollen, wie wir selbst von anderen behandelt zu werden wünschen, dass wir umgekehrt niemandem etwas zufügen sollen, was uns nicht widerfahren soll, ist schon seit dem 7. Jahrhundert vor Chr. in religiösen wie philosophischen Texten aus der ganzen Welt verbrieft und als „Goldene Regel“ überliefert.

Wir alle sehnen uns nach einfühlender Rücksichtnahme, nach fairem Miteinander, nach wertschätzendem Respekt, nach einem Dazugehören und Teilhabenkönnen.

Niemand hat jene Zivilgesellschaft der Liebe und Achtung, der Zugehörigkeit und Teilhabe beispielgebender gelebt und in diese Welt hineingeliebt als Jesus Christus. Seine Botschaft: Gott zu lieben und dem nahe und Hilfe zu sein, der mich braucht, ist der Schlüssel zum Gelingen meines Lebens. Das Reich Gottes, so die Vision von Jesus, ist das Heil-Land der Liebe.diakoniesonntag_2

In dem Moment, in dem ich Gottes Kind werde, werden mir alle anderen in all ihrer Vielstimmigkeit und gottverliehenen Verschiedenheit zu Brüdern und Schwestern. Denn wir alle sind Geschöpfe der Gottebenbildlichkeit, geschaffen aus seiner liebenden Schöpfung und unerschöpflichen Liebe.

Inklusion – für Christen ist es die Vision eines Heil-Landes der Nächstenliebe und eine Ethik der Verantwortung für mein Gegenüber, für diese Welt. Weil wir Kinder Gottes sind, können auch wir lieben und können wir genau das leben, was wir wünschen für und von dieser Welt.

Wir alle sind auf ein Du, ein Miteinander, auf den ganzen Leib angewiesen. Nur „Wir“ kann gewinnen.

Text & Fotos: Kirsten Wachholz