Was bleibt?

Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag – 24. November 2013

Was bleibt?
Eine Frage, die Pfarrer Hofmann in seiner Predigt am Ewigkeitssonntag den Zuhörenden stellte. Was bleibt, wenn ein geliebter Mensch von uns gegangen ist? Was bleibt uns, den Hinterbliebenen von ihm / ihr?

Was bleibt?
Es sind Erinnerungen, Bilder, schöne Zeiten, schlechte Zeiten, Freude und Leid, Glück und  Stimmen, die noch zu hören sind. Stimmungen schwingen in uns, wenn wir uns an all das erinnern, was uns mit dem Verstorbenen verbindet. Da helfen auch nicht die wohlgemeinten tröstenden Worte, die uns so manch einer mit auf den Weg gibt:
Die Zeit heilt alle Wunden, Es wird schon wieder…
Es wird aber nicht wieder so wie es war. Es wird die Zeit nicht mehr zurück kommen. Es wird alles ganz anders sein als zuvor. Trauer und Gefühle, die schwer auszuhalten sind bestimmen den Alltag. Wir flüchten, verkriechen uns vor unserer Umwelt, wollen alleine sein mit unserer Trauer und mit unseren Gefühlen. Wir wollen begreifen was da mit uns geschieht. Wir versuchen mit der Trauer, dem Verlust zu leben …, doch braucht es seine Zeit damit zu leben lernen. Mit der Trauer leben heißt, sich dem Verlust zu stellen, die Trauer zuzulassen, sich der Trauer nicht zu verschließen, Achtsam zu sich selbst sein, sich selber Aufmerksamkeit schenken und anderen, die einem in dieser schweren Zeit begleiten. Mit der Zeit verändert sich unsere  Trauer, aber die Trauer dauert, braucht ihre Zeit. Allein ist sie schwer zu ertragen, wir brauchen jemanden, der uns Hilfe ist, in der Zeit der Trauer, jemand der beständig da ist, der Trost gibt, denen die zurück geblieben sind. Wir brauchen in der Zeit der Trauer solche Menschen, die uns erinnern an das Leben. Sie müssen nicht viel tun. Sie müssen nur da sein, Nähe geben und Raum für Distanz. Sie sind ganz Ohr und vermitteln „Wir sind nicht allein!“

Man kann da sein im Schmerz. Man kann ermutigen den Schmerz zuzulassen. Trauern ist ein aktiver Prozess, in dem man Gefühlen Raum geben soll. Erinnerungen  sind ein wichtiger Bestandteil des Trauerprozesses. Erinnern integriert den Verlust in das neue Leben des Trauernden und gibt dem Verstorbenen hier seinen Platz. Erinnerungen sind manchmal schmerzhaft, aber sie können auch Lichtblicke in Zeiten der Trauer sein.

Allen, die in diesem Jahr von einem geliebten Menschen Abschied genommen haben wünschen wir viel Kraft während der Trauerzeit und Lichtblicke für die Zukunft.

                „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte nicht.“