Vorstellungsgottesdienst am 18.Mai 2014
in der Festeburgkirche

„Komm, Herr segne uns…“Vorstellungsgottesdienst 18_05_2014

Mit dem Licht ihrer Kerzen, die sie während der Konfirmandenzeit begleitet haben, zogen die 18 Konfirmandinnen und Konfirmanden in die Festeburgkirche zu ihrem Vorstellungsgottesdienst ein.

Die Kerzen sind das Zeichen für das Licht des Lebens und Zeichen für die Gemeinschaft in der Kreuzgemeinde und der Festeburggemeinde.
Sie schenken uns Wärme und Helligkeit. Sie ist Licht auf dunklen Wegen. Sie will heil machen, leuchten und strahlen und an andere weiter gereicht werden. Gottes Segen ist wie das Licht einer Kerze.

Mit einem persönlichen Symbol, das für die Konfirmanden und Konfirmandinnen in dieser Vorstellungsgottesdienst 18_05_2014Zeit wichtig ist, stellten sich alle noch einmal namentlich der Gemeinde vor. In einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr ließen die Konfirmanden noch einmal Revue passieren was sie alles erlebt haben, was für sie interessant war, was langweilig war, was schön und betrüblich, was bleibend und was sie vielleicht auch wieder vergessen werden.

Eines werden sie vielleicht auch nicht so schnell vergessen, denn es zog sich der österliche Gedanke wie ein roter Faden durch einen Großteil ihrer Konfirmandenzeit. Sie beschäftigten sich damit wie Ostern zu verstehen ist. Wie denken wir über Ostern und wie feiern wir Ostern in unserer heutigen Zeit? Welche Bedeutung hat der österliche Gedanke in unserem Leben? Diesen Fragen und Gedanken sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden nachgegangen. Sie haben sich Zeit und Raum gelassen für ein Thema, dass für uns Christen einerseits entscheidend und bedeutend ist, andererseits aber auch so schwierig ist es zu begreifen. Sich dessen bewusst zu werden, was Ostern in unserem Leben sein kann, welche Spuren es hinterlassen kann beschreibt ein Gedicht:

Osterspuren

Wenn mir einer die Frage stellt
nach Osterspuren in unserer Welt,
muss ich nicht schweigen, will ich ihm zeigen,

wo und wann heute geschieht,
was damals begann, als Ostern seinen Anfang nahm:

Wo einer dem andern neu vertraut und mit ihm eine Brücke baut,
um Hass und Feindschaft zu überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer am Ende nicht verzagt und einen neuen Anfang wagt,
um Leid und Trauer zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden.
Wo einer im Dunkeln nicht verstummt, sondern das Lied der Hoffnung summt,
um Totenstille zu überwinden da kannst du Osterspuren finden.
Wo einer das Unrecht beim Namen nennt und sich seiner Schuld bekennt,
um das vergessen zu überwinden da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer das Unbequeme wagt und offen seine Meinung sagt,
um Schein und Lüge zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden.
Wo Jesus gegen die Strömung schwimmt
und fremde Lasten auf sich nimmt,
um Not und Leid zu überwinden, da kannst du Osterspuren finden.

Als Christen und Christinnen erleben wir aber die vorösterliche Zeit ganz anders in unserem Alltag. Schon Wochen vor Ostern stehen die Regale der Discounter voll mit Osterhasen und Süßigkeiten. So wird Ostern gern mit kleinen Nestern mit bunt gefärbten Ostereiern, Osterhasen, kleinen und auch inzwischen größeren Geschenken gefeiert. Die Feiertage sind willkommene Urlaubstage, sind Tage an denen man auch gerne mal ausschläft. Den ursprünglichen Sinn von Ostern wird hierbei in den Hintergrund gedrängt und kommen kaum zum Tragen. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen erinnern uns daran, was der ursprüngliche Sinn, das ursprüngliche Geschehen von Ostern ist. In Spielszenen erlebten wir das Geschehen der Emmausgeschichte (Lukas 24, 28-34) und schnell konnte man nach empfinden , wie die Jünger und Jüngerinnen diese Zeit der Ungewissheit erlebt haben, wie ängstlich und mutlos sie waren. Wie entsetzt sie über das Verschwinden des Leichnams Jesu und wie verwirrt sie darüber waren was der Engel ihnen am Grab gesagt hatte.Auferstanden soll er sein; keiner wollte es wirklich glauben. Hatte doch keiner Jesu bis dahin wieder gesehen. Auf dem Weg nach Emmaus begegnet ihnen ein Fremder , der von all dem nichts weiß und sie doch an die Worte Jesu erinnert… und die Augen wurden ihnen erst geöffnet, als sie zu Tisch saßen und vor ihnen das Brot brach… erst jetzt erkannten sie in dem Fremden Jesu, sahen die Wundmale an seinen Händen und Füßen… erst jetzt konnten sie wieder glauben. Der Tod hat nicht das letzte Wort, die Dunkelheit ist bezwungen, das Licht der Hoffnung durchdringt das Dunkel. Sichtbar und deutlich wurde diese österliche Botschaft auf dem großen selbstgestalteten Bild der Konfirmanden und Konfirmandinnen, dass während ihrer Konfirmandenfreizeit zusammen mit der Künstlerin Frau Andrea Ketter-Haase entstanden ist. Es drückt die Sehnsucht nach Frieden und Hoffnung aus, aber auch Zeiten des Lichts und der Dunkelheit in unserem Leben und immer wieder die Suche nach Frieden und Freude. Mit dem Symbol der aufsteigenden Taube, die in das Bild integriert wurde, soll sich der österliche Gedanke erheben und in uns wirken. Wie der österliche Gedanke in uns wirken soll, so sollen auch die selbst ausgesuchten Konfirmandensprüche der Konfirmanden und Konfirmandinnen Leitgedanken, Leitbilder für sie selbst sein auf ihrer weiteren Lebensreise. Jede/Jeder von ihnen hat dazu seinen Spruch/ Psalm in ein Bild verwandelt und so für sich etwas Persönliches geschaffen. Auf ihre ganz eigene Weise präsentierten sie ihre Bilder und ihre Gedanken dazu der Gemeinde.

Es war ein schöner, besinnlicher und nachdenklicher, aber auch ein hoffnungsvoller und farbenfroher Gottesdienst den uns die Konfirmanden und Konfirmandinnen und alle daran Beteiligten an diesem Sonntag schenkten.

Text: Bettina Geisel
Fotos: Michael Geisel