Taufe am Pfingstgottesdienst

Fünfzig Tage nach Ostern begehen  wir das Pfingstfest. Mit der Aussendung des heiligen Geist feiern wir auch gleichzeitig den Geburtstag der christlichen Kirche und wissen uns jederzeit  verbunden mit Jesus Christus. An diesem so sonnigen Sonntagmorgen waren wir eingeladen mit zu feiern und uns zu freuen, dass nun die Zeit der Trauer und der Ungewissheit  vorbei  ist,  es gibt eine Zukunft. Gott selbst haucht uns mit seinem Atem neues Leben ein, erfrischt unseren Geist und lässt uns wieder lebendig werden. Vorbei  ist die Zeit des erstarrt sein, vorbei ist die Zeit der Furcht… neues Leben beginnt, Lebendigkeit ist spürbar, der Same, der gelegt wurde kann nun wachsen und gedeihen.
„Ich glaube nur das was ich sehe. Ist ja gar nichts zu sehen. Heiliger Geist – wo?“, so oder so ähnlich lauten oft die Äußerungen der Menschen, die nur an das glauben was für sie sichtbar ist. Aber ist es nicht manchmal etwas Schönes, etwas mal nicht zu sehen, sondern nur mal etwas so zu erleben mit all unseren Sinnen.
„ Man sieht nur mit dem Herzen gut.“,  beschreibt es mit wunderschönen Worten und meint so viel. Es trägt uns manches mehr,  als nur das was man sieht. Ein Gefühl  das wir spüren können, etwas was uns trägt im Leben – es kann ein gutes Wort sein, ein liebevoller Blick, Segensworte – die eine innere Wärme in uns auslöst und uns Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Es trägt und hält uns wie ein Fundament. Auf diese sichere Basis können wir vertrauen. Das Wesentliche liegt nicht im Sehen, sondern im Glauben. Wir leben von dem was wir nicht sehen. Wir können es in uns spüren, die Hoffnung, die Freude, die Sehnsucht,  so wie es auch die Jünger spürten. Sie konnten mehr als ihre Umwelt  sehen und konnten hinaus in die Welt gehen. Sie waren vom Geist Gottes berührt, sie konnten neues wagen. Sie haben sich getraut die Botschaft Gottes in die Welt zu tragen. Wir wollen nicht Sätze hören wie: „Das kann ich nicht.“ „Das haben wir immer so gemacht.“ „ Das ist doch nicht so.“ „ Das können wir nicht machen.“,  Nein,  wir wollen eher Sätze hören wie: „ Fürchte dich nicht!“, „Du hast deinen Engeln befohlen…“,  „ Du bist das Licht in der Dunkelheit“ oder „Du bist der Fels auf den ich baue.“  Ermutigende Worte, die uns helfen an das zu glauben was man nicht sehen kann und sie  doch wie eine helfende Hand wirken. So gehen wir in der Gewissheit, dass der gute Geist Gottes uns stets begleitet und uns die Freude am Leben schenkt und erhält. Das er unseren Glaube an das Wesentliche stärkt und uns mit dem Herzen sehen lässt.

Mit dieser Zusage und der Gewissheit auf die Liebe Gottes und seines Sohnes Jesus Christus wurden an diesem Sonntag Herr Berang, Frau Otte und Colin Wollhorst, sowie  Anastasia Gerassimov und Marie Kipfmüller  getauft.

„Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“


Bilder: Bettina Geisel