Osterfrühgottesdienst am 20. April 2014

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“

Noch überwiegt die Trauer, noch liegt die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit über den Tod Jesu an jenem Morgen. In der Kirche ist es dunkel. Keine Lichtquelle erhellt den Raum, nur das Licht des beginnenden Tages durchdringt die Fenster. In dieser Stimmung durchdringt ein erster leiser Ruf  die Stille „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Wie ein Echo antwortet von der Empore  immer wieder eine Singstimme auf die Frage.
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
wird der Ruf eindringlicher und beim dritten Mal klingt der Ruf anklagend. Fragen nach der rettenden Hand, nach dem Leid dieser Welt und den Kreuzen in unserem Leben werden in den Raum gestellt. Kreuze, die in unserem Leben immer wieder vorkommen, die uns belasten, die uns bedrücken und niederdrücken, die uns traurig machen, die uns manchmal verzweifeln lassen, die uns verletzbar machen. So viele Kreuze, die wir tragen! Und doch ist es auch das Kreuz, das Hoffnung verspricht, das uns aufstehen lässt gegen alle Widrigkeiten, das uns aufstehen lässt für eine freie gerechte Welt, gegen Hunger und Krieg, das uns aufstehen lässt in ein kraftvolles Leben – aufstehen und Ostern feiern.

Noch mitten im Tod, erschüttert von Trauer, überschwemmt von Tränen, betäubt vom Schmerz, entwurzelt von Hoffnungslosigkeit, mitten im Tod – kommt die Nachricht:  die Nacht des Todes ist endgültig vorbei. Der Stein ist ins Rollen gebracht. Der Stein ist von unseren Seelen gewälzt. Er weist uns den Weg in ein befreites Leben, ins Licht. So gehen wir zusammen nach Emmaus.

Die Osterkerze wird hereingetragen, die Kerzen am Altar entzündet und wir hören die Osterbotschaft aus dem Lukas Evangelium, 24,1-14 und nehmen mit ihr Abschied von unserer alten Altarbibel.

Im anschließenden Anspiel sehen wir, wie zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus sind, noch niedergeschlagen von den Ereignissen der vergangenen Tage. Auf ihrem Weg begegnet ihnen ein Fremder. Es ist Jesus, doch die Jünger erkennen ihn nicht und sie sind entsetzt und empört über das Unwissen des Fremden. Sie erkennen Jesus nicht einmal als er ihnen alle Prophezeiungen und Offenbarungen auslegt. Erst als die Jünger den Fremden bitten bei ihnen zu bleiben und Jesus das Abendmahl mit ihnen teilt, erkennen sie ihn. Nun haben sie die Gewissheit, dass all das, was Jesus ihnen gesagt, so gekommen ist und Jesus nicht im Tod geblieben ist.

In dieser Gewissheit und dem Licht von Ostern feiern wir das Licht des Ostermorgens – den Sieg des Lichtes gegen das Dunkel, den Sieg des Lebens gegen den Tod.

          Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Nach dem Osterfrühgottesdienst waren alle Besucher eingeladen zum Osterfrühstück im Gemeindehaus.  Liebevoll österlich eingedeckte Tische und ein leckeres Buffet luden alle zum gemeinsamen Frühstück ein, bot es doch die Gelegenheit zum Verweilen, zum Genießen und lud ein zum Gespräch. Mit kleinen österlichen Köstlichkeiten und herzhaften Leckereien war für jeden etwas dabei.
Gemeinschaft leben und erleben werden hier deutlich sichtbar, sind Zeichen der Verbundenheit, sind Zeichen von Heimat, sind Zeichen einer lebendigen Gemeinde, sind Zeichen von Geborgenheit und Zugehörigkeit, sind Zeichen von Miteinander und Füreinander, sind Zeichen des christlichen Glaubens.

Ein großes „Danke“ sei hier Allen gesagt, die auch in diesem Jahr das Osterfrühstück so wundervoll vorbereitet hatten.


Fotos: Michael Geisel