Neue Antependien

Jeder von Ihnen stand sicher schon einmal an einer Ampel. Und es ist ganz klar, wenn die Ampel rot zeigt, bedeutet es: stehen bleiben. Zeigt die Ampel grün, dürfen wir gehen. Das bringen wir unseren Kindern schon sehr früh bei. Die Ampel ist ein Symbol. Wir leben ständig mit Symbolen; sie erleichtern das Leben, weil sie sichtbares Zeichen für etwas sind, was wir sonst lang und breit erst erklären müssen.

Ein weniger gängiges Beispiel ist die Farbe der Antependien, was übersetzt „Vor-Hang“ bedeutet, den Vor-Hang am Lesepult. In anderen Kirchen hängt das Antependium an der Kanzel, am Altar oder an beiden Orten. Je nach Kirchenjahreszeit ist die Farbe des Antependiums eine andere. Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag.

Am Gottesdienst zu Pfingstsonntag wurden die neuen Antependien für die Kreuzkirche eingeführt. Pfingstsonntag ist einer der wenigen Tage im Kirchenjahr, an denen die Farbe Rot die Farbe des Antependiums ist.

Rot ist die Farbe der Liebe. Sie steht für Energie, Liebe, Feuer, Kraft und Sinnlichkeit; je nach Intensität kann Rot auch als aggressiv wahrgenommen werden, weil sie an Feuer, Blut, hochrote Köpfe usw. erinnert. Im Hebräischen haben die Worte Blut und Rot den gleichen Ursprung. Die Farbe Rot gilt als Medium für Energie und Lebendigkeit. So finde ich es nicht verwunderlich, dass diese energetische Farbe die liturgische Farbe für Pfingsten bzw. für den Heiligen Geist geworden ist. Zumal schon in der Apostelgeschichte (2, 1-4) erzählt wird: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Rot ist die Farbe des Heiligen Geistes. Rot ist die Farbe des Feuers. Rot steht für Pfingsten. Wie es dann weiter gegangen ist mit der Christusgeschichte. Rot wird auch bei der Ordination und bei der Konfirmation aufgelegt. Wenn sozusagen die Fackel des Glaubens an die nächste Generation weitergegeben wird.

Die Farbe Grün ist diejenige, die an den meisten Sonntagen im Kirchenjahr die Farbe des Antependiums bestimmt. An den vielen Sonntagen nach Trinitatis bis zum Ende des Kirchenjahres. Also den gesamten Sommer über. Grün steht für Wachsen und Gedeihen. Und tatsächlich: Das Kirchenjahr greift auch die natürlichen Zeiten auf. Die Bibel erwähnt vor allen Farben Grün: So heißt es in der Schöpfungsgeschichte: Das Land brachte junges Grün hervor. (Gen 1,12). Grün steht für Schöpfung. Für Leben. Psalm 23 malt uns geradezu die grünen Auen vor Augen. Grün hat etwas mit dem Segen Gottes zu tun. Dass er wachsen lässt, oft in der Stille und völlig unaufgeregt. Grün ist ebenso die Farbe der Hoffnung. Hoffnungsvoll sollen wir nach Weihnachten in der Epiphanias-Zeit, in der das Erscheinen des Lichts gefeiert wird, in der Dunkelheit weitergehen. Wir sollen und dürfen hoffen und vertrauen, dass Gott uns ins Licht führen will, auch wenn in der Epiphanias-Zeit, im Januar und Februar, oft noch alles dunkel um uns herum ist.

Dann ist da noch das violette Antependium. Es weist uns auf Einkehr und Umkehr hin. Violett ist eine Mischfarbe aus Rot und Blau. Rot steht dabei für alles Irdische, für Leben, Liebe und Feuer. Blau dagegen steht für den Himmel – Himmelblau – und das Göttliche. Violett ist also die Farbe, in der Himmel und Erde sich berühren. Und so steht Violett für Religiöses im Menschen, für Besinnung und Gebet, für Buße und Umkehr. Sie wird in der Vorbereitungszeit auf die hohen Feste verwendet, in der Advents- und Passionszeit oder am Buß- und Bettag.

Weiß bedeutet Licht. Physikalisch gesehen beinhaltet Licht das gesamte Farbspektrum und symbolisiert somit die ganze Fülle der Herrlichkeit Gottes. Weitere Attribute sind Unschuld, Wahrheit und Ewigkeit. Besonders die großen Christus-Feste Weihnachten und Ostern werden mit Weiß gekennzeichnet. Das Weiß des Antependiums versinnbildlicht Jesus Christus als das „Licht der Welt“. Das weiße Parament – und nicht das schwarze – hängt auch am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) als Ausdruck dessen, dass man die Verstorbenen mit Christus verbunden weiß.

Im Zuge der Neugestaltung des Altarraumes im Jahr 2013 wurde auch ein zum Altar passendes Lesepult hergestellt. Der Entwurf sah ein Aufhängen der Antependien direkt am Lesepult vor. Die alten Antependien waren dafür leider nicht geeignet und hingen als provisorische Lösung am Lesepult. Daher hat der Kirchenvorstand letztes Jahr beschlossen, die Textilwerkstatt am Elisabethenstift in Darmstadt mit der Herstellung neuer Antependien zu beauftrage. Und so werden uns diese neuen Antependien von nun an durch das Kirchenjahr geleiten.

Jeder von Ihnen stand sicher schon einmal an einer Ampel. Und es ist ganz klar, wenn die Ampel rot zeigt, bedeutet es: stehen bleiben. Zeigt die Ampel grün, dürfen wir gehen. Das bringen wir unseren Kindern schon sehr früh bei. Die Ampel ist ein Symbol. Wir leben ständig mit Symbolen; sie erleichtern das Leben, weil sie sichtbares Zeichen für etwas sind, was wir sonst lang und breit erst erklären müssen.

Ein weniger gängiges Beispiel ist die Farbe der Antependien, was übersetzt „Vor-Hang“ bedeutet, den Vor-Hang am Lesepult. In anderen Kirchen hängt das Antependium an der Kanzel, am Altar oder an beiden Orten. Je nach Kirchenjahreszeit ist die Farbe des Antependiums eine andere. Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag.

Am Gottesdienst zu Pfingstsonntag wurden die neuen Antependien für die Kreuzkirche eingeführt. Pfingstsonntag ist einer der wenigen Tage im Kirchenjahr, an denen die Farbe Rot die Farbe des Antependiums ist.

Rot ist die Farbe der Liebe. Sie steht für Energie, Liebe, Feuer, Kraft und Sinnlichkeit; je nach Intensität kann Rot auch als aggressiv wahrgenommen werden, weil sie an Feuer, Blut, hochrote Köpfe usw. erinnert. Im Hebräischen haben die Worte Blut und Rot den gleichen Ursprung. Die Farbe Rot gilt als Medium für Energie und Lebendigkeit. So finde ich es nicht verwunderlich, dass diese energetische Farbe die liturgische Farbe für Pfingsten bzw. für den Heiligen Geist geworden ist. Zumal schon in der Apostelgeschichte (2, 1-4) erzählt wird: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Rot ist die Farbe des Heiligen Geistes. Rot ist die Farbe des Feuers. Rot steht für Pfingsten. Wie es dann weiter gegangen ist mit der Christusgeschichte. Rot wird auch bei der Ordination und bei der Konfirmation aufgelegt. Wenn sozusagen die Fackel des Glaubens an die nächste Generation weitergegeben wird.

Die Farbe Grün ist diejenige, die an den meisten Sonntagen im Kirchenjahr die Farbe des Antependiums bestimmt. An den vielen Sonntagen nach Trinitatis bis zum Ende des Kirchenjahres. Also den gesamten Sommer über. Grün steht für Wachsen und Gedeihen. Und tatsächlich: Das Kirchenjahr greift auch die natürlichen Zeiten auf. Die Bibel erwähnt vor allen Farben Grün: So heißt es in der Schöpfungsgeschichte: Das Land brachte junges Grün hervor. (Gen 1,12). Grün steht für Schöpfung. Für Leben. Psalm 23 malt uns geradezu die grünen Auen vor Augen. Grün hat etwas mit dem Segen Gottes zu tun. Dass er wachsen lässt, oft in der Stille und völlig unaufgeregt. Grün ist ebenso die Farbe der Hoffnung. Hoffnungsvoll sollen wir nach Weihnachten in der Epiphanias-Zeit, in der das Erscheinen des Lichts gefeiert wird, in der Dunkelheit weitergehen. Wir sollen und dürfen hoffen und vertrauen, dass Gott uns ins Licht führen will, auch wenn in der Epiphanias-Zeit, im Januar und Februar, oft noch alles dunkel um uns herum ist.

Dann ist da noch das violette Antependium. Es weist uns auf Einkehr und Umkehr hin. Violett ist eine Mischfarbe aus Rot und Blau. Rot steht dabei für alles Irdische, für Leben, Liebe und Feuer. Blau dagegen steht für den Himmel – Himmelblau – und das Göttliche. Violett ist also die Farbe, in der Himmel und Erde sich berühren. Und so steht Violett für Religiöses im Menschen, für Besinnung und Gebet, für Buße und Umkehr. Sie wird in der Vorbereitungszeit auf die hohen Feste verwendet, in der Advents- und Passionszeit oder am Buß- und Bettag.

Weiß bedeutet Licht. Physikalisch gesehen beinhaltet Licht das gesamte Farbspektrum und symbolisiert somit die ganze Fülle der Herrlichkeit Gottes. Weitere Attribute sind Unschuld, Wahrheit und Ewigkeit. Besonders die großen Christus-Feste Weihnachten und Ostern werden mit Weiß gekennzeichnet. Das Weiß des Antependiums versinnbildlicht Jesus Christus als das „Licht der Welt“. Das weiße Parament – und nicht das schwarze – hängt auch am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) als Ausdruck dessen, dass man die Verstorbenen mit Christus verbunden weiß.

Im Zuge der Neugestaltung des Altarraumes im Jahr 2013 wurde auch ein zum Altar passendes Lesepult hergestellt. Der Entwurf sah ein Aufhängen der Antependien direkt am Lesepult vor. Die alten Antependien waren dafür leider nicht geeignet und hingen als provisorische Lösung am Lesepult. Daher hat der Kirchenvorstand letztes Jahr beschlossen, die Textilwerkstatt am Elisabethenstift in Darmstadt mit der Herstellung neuer Antependien zu beauftrage. Und so werden uns diese neuen Antependien von nun an durch das Kirchenjahr geleiten.

B. Krieg