„Nehmet hin den Heiligen Geist…“

Jubiläumskonfirmation

Einen kurzweiligen und stimmungsvollen Festgottesdienst – von Humor und Ernsthaftigkeit durchzogen – konnten die Jubilare der Goldenen, Diamantenen, Eisernen und Gnaden-Konfirmation mit zahlreichen Gemeindegliedern am 9. April 2017 erleben, den Pfarrer Phil Schmidt und Prädikantin Ursula Schmidt leiteten.

Über 30 Jubilarinnen und Jubilare – die weiteste Anreise hatte hierbei eine Preungesheimerin, die nun in den USA lebt – empfangen den neuerlichen Segen zur Konfirmation, die 50, 60, 65 oder sogar schon 70 Jahre zurück gelegen hat.

In feierlicher Prozession zogen sie in unsere Kreuzkirche ein, um dann einen abwechslungsreichen Gottesdienst zu erleben, der sowohl von fröhlicher Orgelmusik, aber auch von besinnlichen Werken der Familie Lee begleitet wurden.

Pfarrer Schmidt erläuterte in seiner Predigt den Wert der Konfirmation, der sich nicht am Wert der Geschenke zur Konfirmation messen lasse.

Die Geschenke der Jubilare waren seinerzeit noch bescheidener (Mädchen erhielten meist Taschentücher, die Jungen oft Armbanduhren) als die der heutigen Jugend, die mit großen Geldgeschenken oder New York-Urlauben bedacht werden. Außerdem dauerte der Konfirmationsunterricht seinerzeit zwei Jahre (heute ja nur noch ein Jahr). Auch die öffentliche Prüfung vor der Gemeinde gibt es so nicht mehr – immer mit der Angst der Konfirmanden, nicht die richtige Antwort zu wissen.

Für mich als Gottesdienstteilnehmer wurden bei dieser Predigt auch Erinnerungen an meine eigene Konfirmation wach, auch wenn diese schon 29 Jahre zurückliegt. Für mich bedeutete Konfirmation damals, endlich in der Gemeinde als vollwertiges Mitglied zu gelten. Aber natürlich habe ich mich auch über die Geschenke meiner Familie gefreut. Ich konnte mir damals (ganz neu auf dem Markt) einen Videorecorder kaufen und war sehr stolz darauf…

Aber kommt es wirklich auf den Wert der weltlichen Geschenke an? – Gerade in der Passionszeit ist es die Gnade des Heiligen Geistes, der uns geschenkt wird und durch die rote Liturgiefarbe ausgedrückt wird, die für Feuer und Liebe stehen, wie Pfarrer Schmidt ausführte.

Zur Verdeutlichung des Geschenkes der Liebe Gottes sprach Pfarrer Schmidt allen Jubilar-Konfirmanden den Segen von Martin Bucer zu, der die Konfirmation im Jahre 1522 erstmals in Ziegenhain (Nordhessen) einführte:

Nehmet hin den Heiligen Geist,
Schutz und Schirm vor allem Argen,
Stärke und Hilfe zu allem Guten,
aus der gnädigen Hand Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Dieser Segen ist persönliches Geschenk und Aufforderung zugleich, denselben an andere weiterzugeben und täglich zu leben. Dieses müssen wir uns täglich neu ins Gedächtnis rufen.

Nach einem gemeinsamen Abendmahl und dem feierlichen Auszug der Jubilar-Konfrmanden wurde noch ein Gruppenbild zur Erinnerung gemacht.

Im Anschluss daran nahmen viele der Jubilare die Gelegenheit wahr, die Kirche und das Museum an der Kreuzkirche zu besichtigen und sich über Veränderungen zu informieren.

Für viele Jubilare war es eine schöne Reise in ihre Jugendzeit. Bei einem gemeinsamen Mittagessen im „Saalbau Ronneburg“ wurden im Anschluss noch lange viele Erinnerungen ausgetauscht und der Tag somit zu einem rundum gelungenen Ereignis.

An dieser Stelle möchte ich noch Frau Raab zu ihrer Diamantenen Konfirmation und Herrn Pfarrer Hofmann zu seiner Goldenen Konfirmation gratulieren.

Text: Lutz-Stefan Litzenbauer