Meine Zeit im Kirchenvorstand geht zu Ende

Am 1. September 2015 tritt der neugewählte Kirchenvorstand sein Amt an und wird am 6. September im Gottesdienst verpflichtet und eingeführt, und es werden die ausscheidenden Mitglieder verabschiedet. Zu den letzteren gehöre ich. Ich will nicht verhehlen, dass es mir nicht ganz leicht fällt, nicht mehr diesem Gremium anzugehören, aber aus Altersgründen habe ich nicht mehr kandidiert.

Wir – mein Mann und ich –, frisch in den Ruhestand versetzt, waren 2002 in den Frankfurter Bogen gezogen. In der für uns zuständigen Kreuzgemeinde herrschte nach kurzer Zeit Anfang 2003 Vakanz auf beiden Pfarrstellen. Damals gab es noch eineinhalb Pfarrstellen in unserer Gemeinde. Zur Vakanzvertretung wurde Herr Pfarrer Joachim Grein bestimmt.

In die Zeit der Pfarrervakanz fiel auch am 27.4.2003 die Kirchenvorstandswahl, bei der ich das erste Mal kandidierte und auch gewählt wurde. Darüber war ich schon einigermaßen erstaunt, da mich doch in Preungesheim fast niemand kannte. Im September ging es an die Arbeit. Wir hatten uns gleich mit dem wichtigen Punkt der Pfarrstellenbesetzung zu beschäftigen. Pfarrer Hans Hofmann, der in der Zeit der Vakanz uns zu Vertretungsdiensten zur Verfügung stand, bewarb sich um die Stelle und wurde gewählt.

In den 12 Jahren – die zweite Amtsperiode begann 2009 – habe ich nicht nur all die Kirchenvorstandsmitglieder mit ihren je eigenen Gaben schätzen gelernt, sondern wir sind auch zu einer miteinander vertrauten Gemeinschaft zusammengewachsen. Als der Hausmeister und Küster Kohlheyer in Ruhestand ging, hatten wir Kirchenvorsteher z.B. auch den Küsterdienst zu übernehmen, da die Stelle gestrichen wurde. Auch habe ich mich gleich am Anfang der ersten Wahlperiode stark dafür eingesetzt, dass wir die Liturgie nach der Form der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernehmen und damit die ganz eigene Preungesheimer abgelöst würde. Die Ausgrabungs- und Bauarbeiten mit langen Besprechungen zu Konzept und Vorstellungen des zukünftigen Aussehens, bis hin zu der Neugestaltung des Altarraums in unserer historisch so interessanten Kirche haben uns viel Zeit und auch Emotionen abgefordert. Jetzt können wir uns an einer schönen Kirche erfreuen.

2007 eröffnete in Trägerschaft der Kreuzgemeinde die große Kindertagesstätte mit angeschlossener Schülerbetreuung im Apfelviertel. Als Mitglied des Kita-Ausschusses konnte ich eine bewundernswerte Entwicklung miterleben, qualitativ wie auch personell. Als Delegierte der Regionalversammlung habe ich regen Anteil nehmen dürfen an der Umstrukturierung der Frankfurter Kirche zum Stadtdekanat. Dies sind nur einige wenige Punkte, die einen Teil der zwei Legislaturperioden geprägt haben. Es gäbe noch ganz viel aufzuzählen.

So bleibt mir nur noch, dem neuen Kirchenvorstand eine kreative, reiche Zeit unter Gottes Segen zu wünschen. Mögen für unsere Gemeinde und unsere Kirche auch in der Zukunft gute Entscheidungen getroffen und allen die Kraft verliehen werden, ihre Aufgaben verantwortungsvoll und mit Freude zu erfüllen!

Für mich war es eine reich angefüllte Zeit, für die ich sehr dankbar bin.

Heidi Warnke