Renovierung


Im Jahr 1990 wurde die Renovierung der Kirche beantragt. Der Grund waren mehrere Risse in der Decke und zwei große Risse in der Ostwand.
1992 wurden Rissplomben gesetzt. 1994 waren auch die Rissplomben beschädigt.
Im Juni 1997 wurde mit der Renovierung begonnen. Das Dach wurde mit Schiefer neu eingedeckt, ebenso Teile des Turmes.
Der Wetterhahn erhielt bei dieser Gelegenheit seine verlorenen Schwanzfedern zurück. Der Außenanstrich wurde erneuert. Turm und Südseite der Kirche erhielten wieder den Originalfarbton.

Die Decke im Innenraum stellte sich als total brüchig heraus und musste komplett erneuert werden. Eine neue Heizungsanlage wurde eingebaut.
Der Innenraum erhielt einen neuen Farbanstrich.
Wegen der Risse an der Ostwand musste die Orgel abgebaut werden. Dabei wurden die wertvollen Wandbilder wieder sichtbar. Sie befanden sich im originalen mittelalterlichen Zustand, ohne jemals restauriert worden zu sein. Der damalige Leiter des Denkmalamtes machte die Bilder zur Chefsache und veranlasste die Restaurierung.

Als man die Risse in der Ostwand schließen wollte und das lose Gestein entfernte, entdeckte man ein dreiteiliges gotisches Fenster. Daraufhin wurde die Südwand ebenfalls überprüft und ein weiteres gotisches Fenster gefunden.

Nun war das Interesse der Denkmalschützer geweckt. Was verbarg sich noch in der Kirche?
Man regte an, die Kirche aufzugraben. Der damalige Kirchenvorstand stimmte jedoch nur einer Teilgrabung im Zusammenhang mit dem Heizungsumbau zu.

Aus anfänglich geplanten vier Wochen wurden dann vier Monate. Bei den Grabungen kamen unterschiedlich verlaufende Mauerreste aus verschiedenen Zeitepochen- die ältesten aus der Karolingerzeit – zum Vorschein. Diese lassen erahnen, dass in den vergangenen Jahrhunderten die Kirche mehrfach verändert wurde. Leider liegen keine Aufzeichnungen darüber vor. Außerdem wurde eine Vielzahl von Skeletten (Erwachsene und Kinder) gefunden.

Im Zuge der Grabungsarbeiten wurde ein bis dahin zugemauerter Torbogen an der Turmwand geöffnet und somit der Blick vom Kirchenraum in den Turm ermöglicht
Die Holztreppe im Turm wurde entfernt. Malereien und Reste eines Gewölbes wurden entdeckt. Bei Grabungen im Turm wurden weitere Skelette gefunden.
Es stellte sich heraus, dass der Turm statisch unsicher war und stabilisiert werden musste.
Die Empore, die ursprünglich bis zur Öffnung des Bogens an der Turmwand verlief, musste verkürzt werden.
Die Orgel erhielt auf der linken Seite der Empore ihren neuen Platz. Deshalb wurden die Stützpfeiler aus statischen Gründen ebenfalls versetzt.
Bei allen notwendigen Renovierungen sollte darauf geachtet werden, dass der Charakter der alten Kirche erhalten bleibt und die Erneuerungen eine Bereicherung für unsere Kirche darstellen.