Die Pfarrchronik


Vorwort

Wer Gegenwart gestalten und Zukunft entwerfen will, sollte sich auch mit der Vergangenheit befassen, und gerade auch in der Auseinandersetzung mit der Geschichte verstehen wir die Situation, in der wir uns befinden.

Kirchenpräsident P. Steinacker wies vor kurzem zu recht darauf hin, dass „die Kultur der Erinnerung und des Erinnerns ein wesentliches Moment im Blick auf die Ausbildung einer – individuellen wie kollektiven – Identität“ bildet.

Die Kreuzgemeinde hat sich gerade in den vergangenen Jahren um diese geschichtliche Tiefendimension unter maßgeblicher fachlicher und finanzieller Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege, des Denkmalamtes der Stadt Frankfurt, des Evangelischen Regionalverbandes, der Evangelischen Kirchenstiftung bemüht.
Die Wiederherstellung der ältesten Teile der Kirche, die Entdeckung der wertvollen Gemälde der „thronenden Maria mit dem Kind“ und des „Heiligen Georg“, die Freilegung der ältesten Fundamente in archäologischen Grabungen, die Restaurierung der Turmkapelle sind nur die wichtigsten und augenfälligsten Vorhaben, die im kirchenbaulichen Bereich vorangebracht wurden. Es war nur konsequent, dass man in der Folge dieses geschichtlichen Interesses auch die doch recht umfangreichen archivarischen Bestände sichtete; sie werden derzeit im Evangelischen Regionalverband ausgewertet und katalogisiert.

Wir hoffen, dass wir schon in diesem Jahr einige Schritte weiterkommen werden auf dem Weg, diese Zeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ein erster großer Baustein der geschichtlichen Aneignung stellt die Veröffentlichung der älteren Teile der Pfarrchronik dar.
Die Pfarrchronik der Kreuzgemeinde, die von den Pfarrern der Gemeinde seit ca. 120 Jahren geführt wird, gehört sicher zu den interessantesten und wertvollsten Zeugnissen unserer Kreuzgemeinde.

Die Chronik beginnt mit den Aufzeichnungen von Pfr. Junghans (Pfarrer in Preungesheim von 1887 – 1901), der als Nachfolger des Weihnachtsliederdichters Johannes Carl seit 1887 in der Kreuzgemeinde tätig war. Sie wurde von den Pfarrern, die seither in der Kreuzgemeinde im Amt waren, fortgeführt.
Es waren dies:

  • Friedrich Fritsch, von Bottenhorn, 1901 – 1924
  • Friedrich Wilh. Schaefer, von Aufenau, 1924 – 1936
  • Heinrich Falk, von Lippoldsberg/W., 1936 – 1955
  • Hans Gärtner, von Hanau, 1956 – 1986
  • Ernst L. Schnellbächer 1986 – 1993
  • Eberhard Pausch 1995 – 2000
  • Anita Nowak-Neubert 1997 – 2003
  • Hans Hofmann, von Hamm bei Worms seit Dezember 2003

Die Aufzeichnungen in den zwei Bänden der Pfarrchronik, die sorgsam im Pfarramt aufbewahrt werden, dokumentieren in beeindruckender Weise die Geschichte der Kirchengemeinde und darüber hinaus des Ortes Preungesheim. Dabei haben sich die Pfarrer nicht nur als Chronisten ihrer jeweiligen Zeit verstanden, sondern auch mit einem gewissen historischen Anspruch die Geschichte von den Anfängen Preungesheims bis in die Gegenwart aufgearbeitet.
Schon allein diese einzigartige Chronik von Preungesheim, auf die sich auch spätere Darstellungen beziehen, machte die Aufzeichnungen zu einer bemerkenswerten Lektüre. Darüber hinaus sind aber auch eindrucksvolle Bilder besonderer Ereignisse, beeindruckende Lebensbilder von Preungesheimer Pfarrern überliefert, die Einblick in die Lebens- und Glaubenswelt vergangener Zeiten geben.

Erschließung des Textes

Zunächst erwies es sich als nicht so einfach, diesen Schatz zu heben, denn gerade die umfangreichen Aufzeichnungen von Pfarrer Junghans sind in einer schönen, aber nur schwer leserlichen Handschrift, die im 18./19. Jahrhundert üblich war, geschrieben.

Das nachfolgende Bild zeigt die fünfte Seite der Pfarrchronik, mit der die Chronik beginnt..

seite5In den ersten Monaten des Jahres 2006 fand sich in Herrn Böttger und Herrn Nitzsche glücklicherweise ein Team, das über die notwendigen Schriftkenntnisse verfügte und sich der Aufarbeitung dieses Werkes annehmen wollte. So arbeiten beide Herren nun seit Monaten an der Transformierung der handschriftlichen Texte in eine digitalisierte Version. Erstmals wollen wir nun diese Pfarrchronik (in Auszügen) in einer Serie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Hierbei ist aus verständlichen Gründen eine zeitliche Grenze zu wahren, um Persönlichkeitsrechte nicht zu verletzen.

Angaben zum Text:

Wir wollen die Chronik in der Textversion veröffentlichen, die von Herrn Böttger und Herrn Nitzsche nach bestem Wissen erstellt wurde.
Es wurden nur offensichtliche grammatikalische Fehler oder Rechtschreibfehler korrigiert, ansonsten wurde die damalige Schreibweise beibehalten. Kommata wurden da eingefügt, wo es sinnvoll schien. Fragezeichen im Text bezeichnen unleserliche Worte oder Zeichen. Die eingefügten Seitenzahlen geben die Seitenzahl der Chronik wieder.

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(Das Bild zeigt Herrn Böttger und Herrn Nitzsche bei der Arbeit im Amtszimmer des Pfarrhauses während einer ihrer vielen Sitzungen.)

Wir bitten um Beachtung des nachfolgenden Urheberrechtshinweises!

 

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