Neugestaltung des Altarraumes 2013


„Und siehe, ich mache alles neu!“
Altar und Raumgestaltung in der Kreuzkirche

Eine Projektbeschreibung von Pfr. Dr. Markus Zink – Referent für Kunst und Kirche

Ein Altar aus schwarzem Stahl. Das ist etwas Besonderes. Die Künstlerin Meide Büdel aus Nürnberg hat ihn gemacht. Schwarzer Stahl. Das war eine bewusste Entscheidung. Die Oberfläche schimmert geheimnisvoll. Das ist ein starkes Material. Es unterstreicht die Würde des Ortes. Die Form ist sehr einfach. Aber sie überrascht. Wie ein geknicktes Band aus Metall sieht der Altar aus. In der Mitte bildet das Band eine Höhle. Da ist eine Lücke zwischen der rechten Seite und der Tischfläche. Als wenn dieses Metallband aufspringen wollte. Wie durch eine unsichtbare Kraft.

Ein aufgesprungenes Metallband. Eine aufgesprungene Grabeshöhle. Ein Sinnbild für Ostern. Christus ist auferstanden. Die aufgesprungene Höhle wird zum Ort des Lebens. Dafür steht dieser Altar. Dieser Tisch Gottes. Deshalb feiern wir hier Abendmahl. Hier erleben wir die Stärke Gottes. Hierhin können wir unsere dunklen Seiten bringen. Hier springen unsere Gebete himmelwärts wie durch eine unsichtbare Kraft. Von hier geht Segen aus. Hier sind wir zu Gast bei Gott.

Ein Kreuz aus Edelstahl führt diese Ideen weiter. Es soll über dem Altar hängen. Neue Deckenleuchten mit sehr schlichter Form werden es gut zur Geltung bringen. Wenn das Kreuz hier von der Decke häng, bestimmt es den ganzen Raum: Kreuzkirche! Anders als der dunkle Altar glänzt das Edelstahl-Kreuz hell. Für das Auge besteht es mehr aus Licht als aus Metall. Es wird zum Hoffnungszeichen: Irgendwann wird die Kraft des Auferstandenen auf die ganze Welt ausstrahlen und alles neu machen.

Es ist eine große künstlerische Leistung, solche Ideen in einfache Formen zu bringen und gleichzeitig viel Raum zu geben für Fantasie. Denn auch dafür ist die Kirche da: für Kreativität und Spiel. Konzerte und bunte Veranstaltungen mit Kindern spielten sich früher vor allem vor dem Altar ab. Mit der Neugestaltung rückt der Altar weiter nach vorne, in die Mitte der Gemeinde. Die neue Position eröffnet Spielräume dahinter. Die sind von der Empore aus auch besser zu sehen. Außerdem lädt der neue Altar zum kreativen Umgang mit ihm ein. Es würde mich nicht wundern, wenn ein Schäfchen beim Krippenspiel die Höhle unter der Tischfläche für sich entdeckt. Da ist es bei Gott geborgen.

Zur neuen Gestaltung gehört ein passendes Lesepult. Ein handgemachtes Textil wird als Antependium („Vorhänger“) daran angebracht. Im Laufe des Jahres wird es mit wechselnden Farben ausgetauscht. Das Weiche und das Harte, geheimnisvolles Dunkel, Farben und Licht werden in diesem Raum ein bezauberndes Wechselspiel geben.

Die alte Altarplatte aus Sandstein wird übrigens eine würdevolle Wiederverwendung finden. Sie soll senkrecht an der Wand in der Nische aufgestellt werden, wo bisher die Glocke stand. Die Steinplatte wird mit Ablageflächen aus Stahl versehen – passend zum Altar. Dann kann er mit Kerzen bestückt werden. So finden endlich auch die Konfirmandenkerzen einen geeigneten Platz.

„Und siehe, ich mache alles neu“, sagt Christus in der Offenbarung an Johannes. Gemeint sind weltbewegende Veränderungen. Da ist die Kreuzkirche natürlich bescheidener. Aber auch die kleineren Neuerungen rund um den Altar können viel Gutes bewirken. Denn der Raum wird besser nutzbar sein als vorher, Altes und Neues werden überzeugend zusammenspielen, und die Kunst wird über sich hinausweisen – auf den Gott, der unserem Leben Kraft und Hoffnung gibt und es lebenswert und schön macht.
Büdel Modell FFMPreungesh 02b
Modell des neuen Altares