Konfirmanden gestalten Kirche neu

Selbstgeschriebenes Glaubensbekenntnis der Konfirmanden Jakob und Julian Ich glaube an Gott, den liebenden Gott, der, dem jeder Mensch gleich viel wert ist. Ich glaube an die Schöpfung, an Himmel und Erde. Sie ist das Werk Gottes. Ich glaube an Jesus, Gottes Sohn. Er wurde von Maria geboren und verzieh stets seinen Feinden. Er wurde empfangen, gefoltert und gekreuzigt. Drei Tage später kam er ins Leben zurück. Ich glaube an den Heiligen Geist, Gottes Geist. Ich glaube an die Vergebung der Sünden, denn Gott ist barmherzig. Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Erfrischend „anders“ gestalteten die Konfirmandinnen und Konfirmanden des diesjährigen Jahrgangs ihren Vorstellungsgottesdient am 29. April 2018 in der Festeburgkirche.
Der gesamte Gottesdienst wurde von ihnen geleitet – mit vielen neuen Elementen, die sich aber dennoch sehr gut in die „klassische“ Liturgie einfügten. – Gottesdienst einmal aus der Sicht von Jugendlichen!

Auch die „älteren“ Gottesdienstbesucher hatten viel Freude und waren begeistert von der Ernsthaftigkeit, mit der sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit den christlichen Themen beschäftigt und auseinandergesetzt haben.

Dies geschah besonders intensiv bei der kürzlich stattgefundenen Konfi-Freizeit im Kloster Ilbenstadt.

Die Schriftlesung beschäftigte sich mit der Salbung Jesu durch eine Sünderin (Lukas7, 36-50), die als Aufführung visuell für alle Gottesdienstbesucher erlebbar wurde.

Im Anschluss daran stellten die Jugendlichen ihre intensive Beschäftigung mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis vor.

Auf der Konfi-Freizeit entstand sogar ein durch die Jugendlichen selbst verfasstes Glaubensbekenntnis, das inhaltlich dem apostolischen folgt, jedoch in die heutige – „moderne“ – Sprache übersetzt wurde.

Nach der Verkündigung des Glaubensbekenntnisses der Jugendlichen wurde gemeinsam mit der Gemeinde das apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen, das passend, durch selbst gemachte Fotos auf der Konfi-Freizeit, für alle visualisiert wurde.

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Glaubensbekenntnis kam die zentrale bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden auf, wer die Person war, der Jesus dem Martyrium ausgesetzt hatte: Was für eine Person war Pontius Pilatus?

Die ernsthafte Auseinandersetzung mit ihm folgte in der Predigt, die ebenfalls durch die Jugendlichen gehalten wurde.

In dieser wurde deutlich, dass die Zerrissenheit und der Glaubenskonflikt des Pontius Pilatus („Ich wasche meine Hände in Unschuld“) auch heute bei uns allen täglich auftritt.

Anhand von Beispielen aus dem Leben der Jugendlichen wurde veranschaulicht, dass wir uns nicht entziehen können und täglich Entscheidungen treffen müssen – aber auch die Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen müssen.

Eine wirkliche Besonderheit für mich persönlich war, dass auch der Segen durch eine Konfirmandin an die Gemeinde erteilt wurde. (Bis zu diesem Augenblick war ich immer der Auffassung, dass der Segen ausschließlich durch eine Pfarrerin oder Pfarrer erteilt werden kann.)

Aber genau dieser „besondere“ Segen macht Gemeinde aus! Zusammenhalt und Gemeinschaft drückten sich genau in diesem Liturgieteil aus.

Pfarrerin Weber und Gemeindepädagogin Meike Behrens-Muth waren zu Recht stolz auf die 19 Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Kreuz- und Festeburggemeinde.

Auch die Gemeinde sparte nicht mit Applaus nach Abschluss dieses überaus gelungenen Gottesdienstes.

Es wäre sehr schön, wenn viele der Jugendlichen auch nach ihrer Konfirmation aktiv Gemeinde mit- und weitergestalten!

Lutz-Stefan Litzenbauer