Goldene Konfirmation & Eiserne Konfirmation

Nach den vielen dunklen und trüben, wolkenverhangenen Tagen der letzten Wochen erschien das Sonnenlicht und die Wärme am 2.Sonntag nach Ostern- Misericordias Domini – wie eine Offenbarung. Nicht nur die Natur erwacht zu neuem Leben, auch der Mensch blüht wieder auf.
Dieser Sonntag erzählt uns von der Barmherzigkeit Gottes und dem guten Hirten, wie auch der Wochenspruch:
Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Johannes 10,11.27.28)
„Begegnungen mit dem Lebendigen“, Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus – darum geht es in diesen ersten Wochen nach Ostern.
Es sind Begegnungen in der Nacht, in den Dämmerstunden und im Morgengrauen, deren Konturen noch unscharf sind und die Ereignisse etwas Unfassbar-Schwebendes haben. Es sind Begegnungen die die Menschen verwandeln und danach nichts mehr so ist, wie es einmal war.

So erfuhr es auch Simon Petrus am See Genezareth, dort, wo alles angefangen hatte – jener Simon Petrus der Jesus eifrig die Treue geschworen hatte und dem dann doch die Kraft fehlte seinem Glauben gemäß zu handeln, als es darauf angekommen wäre.
Zurück in seinem Alltag, beraubt von der Hoffnung auf das Reich Gottes, so geht er wieder seiner Arbeit als Fischer nach. Petrus und andere fahren hinaus auf den See und werfen die Netze aus, doch die Netze bleiben leer in jener Nacht. Betrübt kehren sie in den Morgenstunden zurück, doch noch bevor sie das Ufer erreichen, vernimmt Petrus eine vertraute Stimme. Eine Stimme, wie von weit her, ein Anruf, eine Verheißung. „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, so werdet ihr finden“. Und kurz darauf ist das Netz voller Fische. In diesem Moment erkennt Petrus, wer ihn da angerufen hat.
„Es ist der Herr“.
Für Simon, der Petrus heißen soll, der Fels – soll es eine Begegnung werden, die auch an die schmerzvollen Momente des eigenen Scheiterns, der Angst vor Entdeckung und der Verleumdung erinnern. Diese Bilder kommen wieder in Petrus auf, als Jesus ihn dreimal fragt: „ Simon, hast du mich lieb? Und Simon Petrus wird noch einmal überschwemmt von seinen Gefühlen der Scham und von großer Traurigkeit. Dennoch vertraut Jesus jenem Petrus seine Gemeinde, seine Schafe an. „Weide meine Schafe“, so spricht Jesus.
Ist uns Petrus nicht in dieser Widersprüchlichkeit sehr vertraut? Erkennen wir uns nicht selber darin wieder?
Jesus erkannte in Petrus etwas, das mehr zählte als die Angst, die Verleumdung, das Unrecht an seiner Person. Jesus erkannte in Petrus das Echo der Liebe, erkannte in ihm den guten Hirten. Einen Hirten der geduldiger wird, weil er intensiver wahrnimmt, weil er die Abgründe kennt und sie selbst erlebt hat. Jesus sagt: „So wie der Hirte, so ist Gott. Er kennt uns, er sorgt für uns und hat uns lieb“.

In diesem Vertrauen auf den guten Hirten Jesus Christus haben sich auch vor 50 Jahren bzw.70 Jahren Frau Edelgard Litzenbauer, Herr Richard Bingemer, Frau Erika Bernhofer und Frau Emilie Schneider dazu entschieden als Christen in dieser Welt zu leben und ihren Glauben als Hilfe zum Leben zu verstehen.
In ihrem Leben haben sie erfahren, dass Jesus Christus der gute Hirte für sie ist, der sie begleitet über grüne Auen und durch finstere Täler. Erneut haben sie sich an diesem Sonntag unter den Segen Gottes gestellt.

Du hast gesagt: „ Ich bin der Hirte.“ Ich vertraue deinem Wort, ich komm zu dir, du wirst mich führen. Du bist der gute Hirte. (EG 602, 6)

Bilder von der Goldenen und Eisernen Konfirmation