Glauben in Zeiten von Corona

Impulse und Gedanken

Das Coronavirus hat die Welt ab Anfang des Jahres 2020 eiskalt erwischt: Die Krankheit COVID-19, hervorgerufen durch das Coronavirus (SARS-CoV-2) breitet sich immer weiter aus, bald schon sind fast alle Länder betroffen. Ein Ausmaß, das so nicht vorherzusehen war und das es vorher, in dieser Form auch noch nicht gab. Plötzlich müssen wir alle mit massiven Beschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und privaten Lebens zurechtkommen. Läden und Shops werden geschlossen, Kinos, Theater, Museen, Zoos und andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, Schulen und Kitas werden geschlossen, viele Menschen müssen im HomeOffice, also von Zuhause aus arbeiten, und es gilt eine Kontaktsperre. Das bedeutet, dass man nur innerhalb der Familie auf die Straße darf, Menschenansammlungen über zwei Personen sind verboten. Das hat es so bei uns nach dem Krieg in Deutschland noch nie gegeben.

Wie hält man das durch? Wie kann man das verstehen? Wie können wir als Christen dem „Warum?“ begegnen? Wie gehen wir mit der Verzweiflung, dem Unmut, der Wut und dem Unverständnis darüber um, was gerade passiert?

Als Christen wissen wir, dass Gott uns immer wieder prüft.
Dass Wut, Trauer und Verzweiflung nun mal zum Leben dazugehören.
Dass das alles nicht passiert, weil Gott uns ärgern will oder böse mit uns ist. Es ist kein Fluch oder Aberglaube, der über uns kommt, weil wir uns falsch verhalten haben. Es ist auch keine Verschwörungstheorie o.ä. In diesem Fall ist es einfach die Natur, die etwas hervorgebracht hat, das uns schadet, bzw. ein Virus, das auf einem Wildtier-Markt in China entstanden ist. Es ist also, wie so viele Probleme unserer Zeit, ein „hausgemachtes“ Problem, etwas, das entsteht, weil der Mensch etwas falsch macht.

Es ist nicht der Zorn Gottes, der über uns kommt, sondern ein natürliches Problem. Von daher können wir die Schuld nicht auf Gott schieben und uns damit herausreden.

Wir sollten diese Krise vielmehr als Chance sehen, daraus zu lernen und es in Zukunft besser zu machen. Der Glaube macht uns Mut und schenkt uns die Hoffnung, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. Es gab auch schon Schlimmeres, oder? Ja, das würde wohl so mancher sagen.

Und dennoch ist es momentan für uns alle nicht leicht.
Es fühlt sich an, als sei es dunkel und still um uns geworden: Die leeren Straßen, die traurigen Blicke der Menschen. Man fragt sich: Wann wird es wieder besser? Wann können wir zu unserem normalen Leben zurückkehren? Wann hat diese Krise ein Ende?

Fakt ist: Es wird noch eine Weile dauern. Und die Folgen dieser Krise werden wir auch noch eine Weile spüren. Sei es, dass wir durch die Krankheit liebe Menschen verloren haben oder unter den wirtschaftlichen Folgen leiden. Diese Krise wird uns alle noch eine ganze Zeit lang beschäftigen.

Was bleibt, ist die Hoffnung. Die Hoffnung, die wir als Christen nie aufgeben, die ganz tief verwurzelt ist in unserem Glauben an Gott. Die Hoffnung auf Erneuerung, auf neue Chancen, auf bessere Zeiten. Die Hoffnung, dass Gott uns nie im Stich lässt. Gerade auch in unseren schwersten Zeiten.

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“                                                   Psalm 91,1-2 (Luther 1912).

Ein starkes Wort zur Hoffnung. Die Zuversicht als starke, uneinnehmbare Burg.

Natürlich betrifft uns diese Krise alle. Aber wir wissen auch, dass Gott es gut mit uns meint. Dass er uns beschützt und segnet. Dass er uns durch diese schwere Zeit trägt. Und dass wir sicher sind in seiner Burg, in seiner Hand, egal, was auch passiert.

Das sind die Hoffnung und die Zuversicht, die in unserem christlichen Glauben stecken. Das macht uns Mut und hilft uns, diese Krise zu überstehen.

Diana Fischer