Musik in der Kreuzkirche – Orgelkonzert

Datum/Zeit
08.09.2019
16:00 - 17:00

Veranstaltungsort
Kreuzkirche

Kategorien


9. Deutscher Orgeltag

Konzert für Flöte und Orgel

Werke von:
Eva-Maria Houben   (* 1955)
Georg Friedrich Kauffmann   (1679 – 1735)
John Stanley   (1712 – 1786)

Es musizieren:
Daniela KRAUSE (Flöte) und Klaus BAUERMANN (Orgel)

Bereits zum 9. Male wird der Deutsche Orgeltag zusammen mit dem Tag des offenen Denkmals® durchgeführt. Der Denkmaltag hat in diesem Jahr das Thema „Modern(e) – Umbrüche in Kunst und Architektur“. Dies soll als Anregung dienen, den Aspekt Stille in den Blick zu nehmen:

Der amerikanische Komponist John Cage erregte mit dem im Jahr 1952 uraufgeführten Werk 4′33″ die Gemüter. Hier wurden keinerlei Töne gespielt, sondern der Pianist der Aufführung produzierte Stille. (Nach Cages Auffassung gibt es keine absolute Stille, wie man zunächst vermuten könnte. Cage hatte sich im Rahmen eines Experiments Ende der 1940er Jahre allein in einen schalltoten Raum der Harvard Universität begeben und konnte feststellen, dass er auch dort einzelne Dinge hören konnte, wie z. B. seinen Herzschlag, das Rauschen des Blutes in den Adern und die Frequenzen, die sein Nervensystem produzierte.)

Von Eva-Maria Houben (* 1955) stammt das Hauptwerk des Konzerts. „Das Horchen auf zarte Dynamik bis hin zur Stille, die Sensibilisierung für Klangprozesse und Wahrnehmungsprozesse spielen eine zentrale Rolle“ in ihrem musikalischen Denken. Sie greift hierin „u. a. Anregungen von John Cage auf“. In „wirklich still…“ (Stichnoten, 2001 / 02) schreibt sie: „Aus Musik kann ich unterschiedliche Arten von Pausen heraus hören. Musikwissenschaftler ordnen verschiedenen Pausenarten verschiedenartige Funktionen zu. Pause kann, so ist zu hören und zu lesen, etwas bedeuten… wie Klang. Ich fange jetzt an, weniger die Pause zu hören, die auf etwas verweist, etwas bedeutet, eine bestimmte Funktion hat… – ich fange jetzt an, mehr die wirkliche Pause zu hören, die Pause, die gefährlich wird: Musik ist weg, Musik ist verschwunden. Da ist nichts mehr, da ist n/Nichts. Ich höre nichts – und höre, dass ich immer noch etwas höre…“

Zwei Werke aus dem 18. Jahrhundert (mit „normalen“ Pausen), die von Georg Friedrich Kauffmann und John Stanley stammen, umrahmen Houbens 45-minütige Komposition und stellen so einen Kontrast her. Das Konzert verspricht hier denjenigen, die sich von der Ruhe, den Klängen und der Stille gefangen nehmen lassen können, eine interessante Hör-Erfahrung zu vermitteln.

Zum Ausklang laden wir ein in den Stillen Garten an der Kreuzkirche und – wer es etwas lauter liebt – in den Weinkeller im Alten Pfarrhaus.