Einweihung des umgestalteten Altarraumes 27.10.2013


Im Wandel der Zeit

001 Einweihung des umgestalteten Altarraumes 27_10_2013Im Juli dieses Jahres haben wir Abschied von unserem alten Altar und dem Kreuz genommen, ein Abschied der mit vielen Erinnerungen und Emotionen verhaftet war.  Wir haben uns schweren Herzens getrennt vom bisherigen Bild des Altarraumes, um einen neuen Weg zu gehen.

Lassen sie uns noch einmal kurz zurückschauen in die Geschichte des Kirchraumes der Kreuzkirche wie er sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat.

In den letzten hundert Jahren gab es gerade im Bereich der Altargestaltung eine rege Verwandlungstätigkeit. Gegen 1900 stand der Altar gen Osten unter einer dunklen Decke verhüllt. In den 30er Jahren verabschiedete man sich von der klassischen Aufteilung Richtung Osten und stellte den Altar mittig des Kirchraumes. In den 50er Jahren erhielt der Altar ein neues Gesicht, jetzt hell und freundlich aus Holz auf einem weitreichenden Podest stehend. Eine erneute Modernisierung erfuhr der Altarraum in den 60er Jahren. Hier entschied man sich für eine steinerne Version. Das sehr weitreichende Podest wurde mit den Jahren mehrmals verkleinert, so dass am Ende nur noch ein Sockel übrig blieb, auf dem der Altar stand. Mit jeder Erneuerung des Altares ergab sich auch die Erneuerung des Kreuzes. Mehr als 40 Jahre begleitete der letzte Altar und das goldene Mosaikkreuz die Gemeinde und so ist es leicht zu erklären, warum so manchem der Abschied nicht leicht fiel. Nun also etwas Neues… ein neues Material, eine neue Form, eine neue Farbe…soll dem Altarraum ein neues und modernes Gesicht geben. Die Geschichte des Altarraumes der Kreuzgemeinde wird weitergeführt in die Gegenwart. Noch wirkt der Anblick des neuen Altares fremd und ungewohnt, dennoch bettet er sich ein in die vielen vorgegebenen Stilrichtungen vergangener Epochen und wird sich schon bald in diese vielstimmige Harmonie wie von selber einfügen. Man kann sicher sein, dass sich auch dieser neue Altar mit der Zeit, sich die Herzen der  Menschen erobern wird. Am Abend des 27.0ktober 2013 fand die feierliche Einweihung des neuen Altares und des Kreuzes in einem Festgottesdienst statt und traf auf sehr großes Interesse und Neugier bei den Mitgliedern der Gemeinde. Besondere Ehrengäste des Gottesdienstes waren die Künstlerin Meide Büdel aus Nürnberg, Pröbstin Gabriele Scherle und Pfarrer Zink. Begleitet wurde der Gottesdienst vom Chor der Kreuzgemeinde unter Leitung von Tim Oliver Reinschmidt.

Mittig im Raum stehend, das Edelstahlkreuz frei schwebend über dem Altar. Zu Anfang noch nackt, so stand er da, der neue Tisch des Herrn. Zum ersten Mal an diesem Abend wurden die Kerzen für den neuen Altar entzündet und die Bibel aufgelegt. Eine schlichte Komposition und Zusammenwirken im Stile des neuen Altares. Die Kerzen der Konfirmanden erhellten die Sandsteinplatte des alten Altares, die sich in einem neuen Gewand darstellte. Aufrecht gestellt und mit Halterungen für Kerzen versehen hat sie ihren Platz auch weiterhin in der Kirche behalten. In seiner Predigt stellte Pfarrer Zink zu Beginn erst einmal die  Frage „Was ist das wichtigste in meinem Haus?“  Da gab es die unterschiedlichsten Möglichkeiten diese Frage zu beantworten, denn jedem ist etwas anderes wichtig in seinem Haus. Pfarrer Zink beantwortete die Frage für sich, dass in seinem Haus der Tisch das wichtigste sei, denn hier würde man sich versammeln, zusammen essen und reden, gemeinsam philosophieren, Feste feiern und noch so vieles mehr… und in der Kirche ist es der Altar, um den wir uns versammeln, das Abendmahl in der Gemeinschaft  feiern, das Brot und den Saft der Trauben miteinander teilen. So verwies Pfarrer Zink darauf, dass wir im Abendmahl alle gleich seien vor Gott und auch wenn uns der neue Tisch des Herrn noch nicht vertraut erscheine mit seinem schwarzem Stahl, er aber ein starkes Werk – ein Kunstwerk sei, der in verschiedenen Farben schimmere, mal rötlich, mal bläulich je nach Lichteinfall, so spräche auch alles andere mit was im Raum ist, die Fensterbilder, das Gemälde über dem Altar, das Kreuz über dem Altar, das  wie aus dem Nichts erscheine. Licht verändere und lässt alles in einem anderen Licht erscheinen.
Gemeinsam mit Pfarrer Zink weihte Pfarrer Hofmann den neuen Altar, das Kreuz  das Lesepult und den Osterleuchter an der Wand ein. Sie widmeten sie dem Gottesdienst, für die sie da sind, einzig für Gott reserviert.
Im Anschluss bezeichnete Pröbstin Gabriele Scherle in ihrem Grußwort die Kreuzkirche als ein Kleinod, deren Geschichte man sieht und  Generationen vorher  andere Schwerpunkte gesetzt haben. Doch gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeit an Bau- und Kunststilen, die wie selbstverständlich nebeneinander stehen, ergebe sich eine Vereinigung. Diese Besonderheit mache es möglich hier Geborgenheit und Heimat in dieser Kirche und Gemeinde zu finden. Im gemeinsamen gefeierten Abendmahl hatte dann die Gemeinde das erste Mal Gelegenheit sich um den neuen Altar zu versammeln. So stand der Altar nun wirklich das erste Mal im Mittelpunkt des Abendmahles und nicht im Hintergrund.
Nach dem Gottesdienst gab es zum Ausklang einen kleinen Empfang mit Sekt und Gebäck, Gelegenheit zum Austausch über das neue Altarbild und der Gemeinschaft. Wir danken allen, die an der Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung des Gottesdienstes mitgewirkt haben.

„Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns.
Ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern!“
( Psalm 90,17 )