Der Hahn auf der Kirchturmspitze unserer Kreuzkirche

Am 6. August 2013 wurde der Hahn, der jahrzehntelang auf der Kirchturmspitze saß, bei einem heftigen Sturm heruntergeweht. Der Zahn der Zeit hatte die Halterung marode werden lassen und nicht mehr zu reparieren und so mußte der alte „Giggel“, der von dem Postboten im Gebüsch neben dem Turm gefunden wurde, ausgemustert werden. Künftig wird er seinen wohlverdienten Ruhestand im Archiv unseres Museums verbringen und bestimmt auch einmal bei einer besonderen Ausstellung wieder zu sehen sein.

Am 27. November 2014 haben wir dann gesungen: „Der Hahn fliegt hoch, der Hahn fliegt hoch …er kann wieder krähn: Goggodi-goggo-da …(nach der Melodie von „Le coq est mort“). Endlich konnte der neue Hahn auf der Kirchturmspitze Platz nehmen. Und dort steht er nun in seinem vergoldeten Gefieder als mahnendes Zeichen.

In der profanen Betrachtung zeigt er die Windrichtung, ist er, wenn er golden in der Morgen- und Abendsonne strahlt, schön anzuschauen.

Chrstinnen und Chrsten erinnert der Hahn natürlich an die Verleugnung des Petrus: Petrus streitet ab, Jesus überhaupt zu kennen, nachdem Jesus verhaftet worden ist (MatthäusEv 26,69-75). So erinnert der Hahn auf dem Kirchturm auch heute noch an unsere Fehlbarkeit und menschliche Schwäche und ist zeichenhaft eine Aufforderung uns zu prüfen, ob wir auf dem rechten Weg sind und ebenso ein Zeichen, uns der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen.

Ich durfte auf der Hebebühne am hydraulischen Hebearm mit den Handwerkern hinauffahren bis zur Kirchturmspitze in 34 Metern Höhe und dabei sein, wie der neue Hahn angebracht wurde. Für mich, der ich überhaupt nicht schwindelfrei bin, war das ein rechtes Abenteuer mit Herzklopfen und Absturzängsten. Aber die professionelle Gelassenheit des Hebebühnenmeisters gab mir ganz oben in luftiger Höhe doch Sicherheit, so daß ich mich etwas stolz über meinen „Mut“ und fast kindlich am neuen Hahn auf dem Dach freuen konnte.

Der „Lohn der Angst“ war auch ein sagenhafter Rundblick über unser Städtchen und ein herrlicher Blick hinüber zur skyline.

Nun soll der Hahn für die nächsten Jahrzehnte einen sicheren Stand da oben haben und sein „Fähnlein nach dem Wind hängen“ .Aber darin wird uns dieser „windige Opportunist“ kein Vorbild sein.

Text und Fotos: Hans Hofmann