„Danke“ ist ein schönes Wort

In einer ersten lichthungrigen Ungeduld haben wir alle bereits seit dem Valentinstag das Lächeln der vielen Schneeglöckchen erspäht. Wer spürt da nicht mit einem Hauch aufblitzender Freude und Dankbarkeit, dass sich die dunkle Zeit nun – selbst wintermüde und aufbruchsgelaunt –  einem Neuanfang öffnen möchte?

So begrüßten alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 21. Februar genau rechtzeitig eine neu beginnende Zeit, dankbar für die hinter uns liegende Bewahrung, für alle dienstlich wie auch privat gelungenen Tage, für alle erlebte Bestätigung und Wertschätzung, die wir in unserer Gemeinschaft und unserer Aufgabe erfahren haben. Erwartungsvoll durchatmet zugleich von vielen Wünschen und Hoffnungen  an dieses Jahr und unsere Zukunft.

Pfarrer Hofmann dankte allen Mitwirkenden sehr herzlich und respektvoll für das reiche und bunte Engagement und Wirken, für all die lebendigen Ideen und den vielseitigen liebevollen und verantwortungsvollen Einsatz, der so oft auch ganz im Verborgenen blüht.

Längst leben wir alle das, was das neue Leitbild der Gemeinde als ihr Profil bekennen möchte: Respektvolle Glaubens- und Lebensvielfalt, achtsames Miteinander, Bereicherung an dem Regenbogen von Alt und Jung, Neuzugezogenen und Alteingesessenen, Pragmatikern und Ideengebern, Rücksicht auf alle die, die leidvolle Nachteile und Einschränkungen auszuhalten haben.

Unser Leitbild soll keine von wenigen Köpfen ausgedachte Vision sein. Festhalten möchte es vielmehr jene Motive, die heute bereits die Koordinaten unserer Gemeindewirklichkeit bilden.

Preungesheim lebt aus seiner reichen Tradition, aus einem Stolz auf seine Geschichte und die dort entwickelte Kultur. Lebendig atmet gelebte Vergangenheit und Glaubensgeschichte auch aus der ältesten Kirche Frankfurts.  Zugleich lebt diese ständig wachsende Gemeinde mit ihren jungen Kitas und ihren Neubaugebieten eine Offenheit und eine vielseitige Begegnungskultur, die wir anfassen können: da leben und arbeiten Menschen, die aus dem Iran stammen, aus Polen, aus Afghanistan, aus Kamerun, aus Bosnien und Kroatien. Dort leben und arbeiten Menschen, die vormals Heimat und Wurzeln in anderen hessischen Orten hatten. Sie alle werden einander in ihrer Unterschiedlichkeit und ihren Begabungen zur Bereicherung. Und sie alle wagen gemeinsam Gemeinde und gestalten gemeinsame Zukunft. Denn Preungesheim gehört ganz sicher zu jenen Frankfurter Gemeinden, die auch in den nächsten 100 Jahren Geschichte schreiben, über die auch noch viel spätere Generationen sprechen werden. Geschichte wird gemacht, geschrieben, erfunden. Wir sind ein wichtiger Motor in diesem offenen Prozess des Miteinander-Entstehens.

Erinnerungen an Gestern und Visionen von Morgen wurzeln schon heute mit dem neuen Altarraum in vielfältige Zukünfte. Erinnerungen an Vergangenheit wie Zukunft wachsen, sie treiben, weil diese Gemeinde atmet und Gemeinschaft lebt. Lebt aus einer langen Tradition und hinein in eine gewollte weltoffene Zukunft. Kaum eine Gemeinde, in der es so viele Zusammenschlüsse, Kreise, Gruppen, Vereine und Initiativen gibt. Räume, in denen wir Heimat finden und Zukunft entwickeln. Kaum eine Gemeinde, in der das Leben vergleichbar pulsiert.

Danke, dass wir Zukunft wagen dürfen. Danke, dass uns Zukunft verhießen ist. Wer hier lebt und arbeitet, muss keine Angst um Existenz, Heimat, Geborgenheit und Zukunft hegen. Hier kannst du bleiben!

Vielleicht, so öffnete Pfarrer Hofmann unseren Blick auf die Welt, sind wir eine kleine, aber auch ganz wichtige Zelle in unserer Welt- und Wertegemeinschaft. So haben wir Teelichter entzündet, weil jeder von uns ein unverzichtbares Licht in dieser Gemeinschaft ist, weil jeder von uns einem anderen Lebensmenschen ein solche Licht sein mag, weil wir ein Licht des Friedens auch aufstellen wollten. Gemeinschaft leben: ja, wir blicken immer auch auf die ganze Welt, deren Teil wir sind. Und wir stellten unser Licht in die Hoffnung einer befreienden und zukunftsweisenden Lösung für die Ukraine.

Danke, danke, danke. Solange wir diese Zufriedenheit für das uns geschenkte Leben hier und da empfinden können, ist uns Glück gegenwärtig. Gibt es ein schöneres Zufriedenheitsgefühl, ein stärkeres Gefühl von Stimmigkeit und Einssein als in jenem Moment, wo wir Danke sagen können? Danke – das ähnelt jenem erfüllten Gefühl, das Gott beim Anblick seines ersten Weltentwurfes empfand. Das wunderbar stimmige Gefühl: und siehe, alles ist gut.

Danke an Euch alle, die Ihr das Euch Mögliche tut, damit unsere Welt gut ist. Und mögt Ihr alle oft das Gefühl haben: und siehe, alles ist gut!

Hans Hofmann + Kirsten Wachholz

Fotos: J.-G. Nitzsche