Adventzeit ist Lichterzeit

Familiengottesdienst zum 1. Advent mit der Kita I

Wenn wir uns im Advent dem Licht nähern, dann wollen wir es schrittweise tun, langsam und allmählich, so wie beim Adventskranz  wollen wir uns der Botschaft nähern. Wir wollen Lichtblicke erspüren und Licht für andere sein.

Es ist, als sagt diese Zeit zu uns: Euch soll ein  Licht aufgehen. Die Spur zum Leben sollt  ihr in diesem Licht finden und dabei etwas von Gottes Liebe spüren. Ihr sollt im Advent leben, vom Leben und von Gott noch etwas erwarten, der Lebensfreude etwas näher kommen1.

Nur wenig Tageslicht fiel in den Innenraum unserer Kirche. Kein elektrisches Licht erhellte den Raum, keine Kerze brannte an diesem Sonntagmorgen des 1.Advent. In diesem dämmrigen Licht wurden die Besucher von Pfarrer Hofmann und Frau Liebenow, der Leitung der Kita I  begrüßt und eingeladen sich gemeinsam mit den Kindern auf den Weg hin zum Licht des  1.Advent zu machen. Wie es ist im Dunkeln zu sitzen so gänzlich ohne Beleuchtung haben alle Besucher an diesem Morgen erlebt. Manche fanden dies erholsam, einigen war es ungewohnt, anderen unheimlich. In manchen Momenten macht uns die Dunkelheit Angst, in anderen Momenten schenkt sie uns die nötige Ruhe. So auch jetzt in dieser Winterzeit werden wir Menschen ruhiger, sind lieber zuhause, sind weniger aktiv und vermissen jedoch das Licht und die Wärme. Licht und Wärme sollten uns durch den Gottesdienst verschiedentlich begleiten. Schon in den vergangenen Wochen hatten die Kinder der Kita 1 sich mit dem Thema Licht und Wärme beschäftigt. Sie haben erlebt wie die Sonne die bunten Herbstblätter zum Leuchten brachte und wie warm ihre Sonnenstrahlen auf der Haut sind. Wie schön es war mit der selbstgestalteten Martinslaterne durch die dunklen Straßen zu ziehen und  anschließend am wärmenden Feuer zu stehen. Viele verschiedene Lichtquellen haben die Kinder in dieser Zeit kennengelernt und einige von ihnen stellten sich in entsprechenden Kostümen vor: So erschien die Sonne, die uns jeden Tag ihr Licht und ihre Wärme schenkt. Der Mond, der sich von der Sonne anstrahlen lässt und uns in der Nacht leuchtet. Die Sterne funkeln klar in der Nacht millionenfach. Das Feuer gibt nicht nur Licht, es spendet uns auch seine Wärme. Ein Leuchtturm, der mit seinem Licht den Schiffen den Weg in den sicheren Hafen weist. Lichterketten, die in der Weihnachtszeit unsere Fenster festlich erstrahlen lassen. Taschenlampen, die uns in der Dunkelheit helfen einen Weg zu finden. Feuerzeuge sind uns in verschiedenen Situationen hilfreich. Unsere Martinslaternen waren uns Licht und Farbe in der Dunkelheit. Das kleine Streichholz bringt für einen Moment das Licht und die Wärme…, doch es gibt sein Licht weiter an eine andere Lichtquelle. Das Streichholz wurde an der Martinslaterne entzündet und gab sein Licht an die Kerze weiter, die die erste Adventskerze entzündete.
Wir sagen euch an, den lieben Advent. Sehet die erste Kerze brennt. Wir sagen euch an, eine heilige Zeit, machet dem Herrn den Weg bereit. Freut Euch ihr Christen, freuet Euch sehr, schon ist nahe der Herr.“, so sangen alle Anwesenden mit und währenddessen brachte eines der Kinder das Licht zum Adventskranz und entzündete die erste Kerze. Eine kleine Kerze erhellt die Dunkelheit und bringt das Licht der Hoffnung. Auch die Geschichte, „Der König und seine zwei Söhne“2, die uns die Kinder in einem kleinen Theaterspiel nahe brachten, erzählt von dieser Hoffnung durch ein kleines Licht. In seiner Kurzpredigt ging Pfarrer Hofmann noch einmal auf dieses kleine Licht ein. Ein kleines Licht, das so viel Licht in einen Raum bringt und ihn ausfüllt. Ein Licht das für jeden scheint und für jeden ein Stück Hoffnung heißt. In diesem Sinne stand auch der Kanon „ Mache dich auf und werde Licht.“, der den Kirchenraum ausfüllte mit den Gesangsstimmen der Besucher und ein schöner Rahmen für die anschließende Einführung der neun neuen Mitarbeiter, die die Gemeinde in ihren Dienst dieses Jahr genommen hat. Voller Licht ging es weiter während des nächsten Liedes „Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit“. Von vier Seiten in der Kirche kamen die Kinder und trugen Lichtgläser zum Altar und erfüllten so den Raum mit ihrem Lichterglanz. Im Anschluss daran verteilten die Kinder und Erzieher ein kleines Geschenk, ein Stern mit Kerze, an die Besucher. Fürbitten, gelesen von Eltern & Erzieher, Segen und Orgelnachspiel rundeten den stimmungsvollen Gottesdienst zum 1. Advent ab. Nach dem Gottesdienst fand sich Gelegenheit bei weihnachtlichem Gebäck/Kuchen und Saft im Turmraum der Kreuzkirche ins Gespräch zu kommen. Eine kleine Ausstellung zum Thema Licht fand bei den Besuchern auf reges Interesse, ebenso wie die lange Geschichte unserer Kirche.

„Kerzenlicht – Weihnachtslicht – himmlisches Licht – ewiges Licht. Jesus Christus Licht der Welt.  Sein Licht leuchtet auch in meiner Dunkelheit.“


1Zitat aus der Meditation von Pastor Ulrich Heidenreich
2Märchen aus den Philipinen – siehe www.lichtkreis.de


Bilder: Michael Geisel