Abschied von Kreuz

Liebe Kreuzgemeinde, es gibt Dinge, die vergisst man nie.

Als ich 2008 in der Festeburggemeinde meinen Pfarrdienst begann, verabredete ich mich gleich zu Beginn mit Pfr. Hans Hofmann, dem damaligen Pfarrer der Kreuzgemeinde.

Aber das Treffen fand nicht statt. Ich stand vor dem schönen alten Pfarrhaus, aber keiner machte auf. Aus dem ersten Missverständnis erwuchs viel gegenseitiges Verständnis und Verständigung. Mit meinem Kollegen verband mich eine gute kollegiale sowie freundschaftliche Beziehung. Mit der Gemeinde eine wichtige und bereichernde Nachbarschaft. Türen öffneten sich.

Festeburg und Kreuz. Zwei Gemeinden, eine gemeinsame Herkunftsgeschichte, eine unterschiedliche Wachstumsgeschichte und hoffentlich eine gemeinsame Zukunftsgeschichte.

Als sich 1963 die Festeburggemeinde am Südrand „des Dorfes“ selbstständig machte, platzte die Kreuzgemeinde als Muttergemeinde aus allen Nähten. Viele Menschen gehörten der evangelischen Kirchengemeinde in Preungesheim an. So wurden daraus zwei. Mit allen Ablösungserscheinungen, die so eine Trennung und ein Erwachsenwerden der Tochterkirche mit sich brachten.

Für mich war von Anfang an klar: Preungesheim gibt es nur mit beiden evangelischen Gemeinden, die beide ihre Stärken mitbringen und ihr eigenes Gesicht haben. Aber zusammen ein wunderbares Tandem bilden!

10 Jahre gemeinsamen Konfirmandenunterricht habe ich gerne mitgestaltet, gemeinsame Gottesdienste in der schönen alten und der schönen neuen Kirche gefeiert: Trauungen, Taufen, Abendmahl, Passionsandachten, Vorstellungsgottesdienste der Konfis und feierliche Konfirmationen. Diakonie und Kunstgottesdienste. Nicht zu vergessen der ökumenische Segensgruß zum alljährlichen Preungesheimer Dorflauf. An vielen Türen bin ich da vorbeigejoggt. Und durch manche Türen zu Trau-, Tauf- und Trauergesprächen gegangen.

Mein Herz schlägt auch für die Kreuzgemeinde. Sehr sogar! Ich freue mich mit der Gemeinde über den neuen Pfarrer Benjamin Krieg und wünsche beiden Gemeinden eine segensvolle, gemeinsame und lebendige Zukunft in Preungesheim!

Selbst gehe ich nochmal neue berufliche Wege und bin seit Anfang August Schulpfarrerin an der Main-Taunus-Schule in Hofheim. Dort bin ich Lehrende und Lernende. Beides gefällt mir sehr gut.

Herzlich grüßt und verabschiedet sich
Pfarrerin Helga Weber